Industrie 4.0: Netzwerk für Unternehmen und Hochschulforschung mit großem Kick-Off gestartet

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Mehr als 70 Unternehmen sind am Donnerstag, den 15. Januar 2015, der Einladung ins Produktionstechnische Zentrum der Leibniz Universität Hannover gefolgt. Sie konnten in den Versuchsfeldern live sehen, was mit Industrie-4.0-Anwendungen aus der Grundlagenforschung bereits möglich ist, und sie diskutierten, wie man den massiven Veränderungen, die auf die Unternehmen zukommen, gemeinsam erfolgreich begegnen kann.

Die Zeit ist reif, dass IT-Dienstleister und Produktionsunternehmen zusammenfinden. Dass aus einzelnen Industrie-4.0-Anwendungen durchdachte Strategien werden, und vor allem, dass eine Zusammenarbeit initiiert wird, die es auch kleinen und mittleren Unternehmen erlaubt, im Sinne von Industrie 4.0 zukunftsfähig zu werden. So lässt sich das Fazit des „Kick-Off-Tages zum Production Innovations Network“ zusammenfassen. Neben Global Playern wie Continental, VW, Airbus oder T-Systems waren viele kleinere Unternehmen beim Kick-Off vertreten, und am Ende eines langen, sehr intensiven Tages wurde in vielen Gesprächen deutlich, dass es ein großes Bedürfnis gibt, das Thema gemeinsam anzugehen.

Mit ihren Kick-Off-Unterlagen bekamen alle Teilnehmer ein Beitrittsformular zum „PIN“-Netzwerk; Anmeldungen sind bis zum 28. Februar möglich, die erste Sitzung findet im April statt. Dort konstituiert sich das Netzwerk – und will bereits die ersten beiden Projekte starten.

Industrie 4.0 live: Der Sonderforschungsbereich „Gentelligente Bauteile“ zeigt sich als wissenschaftlicher Treiber der Industrie 4.0

Gegründet wird das Netzwerk vom Sonderforschungsbereich „Gentelligente Bauteile“, der an der Leibniz Universität Hannover, und hier überwiegend am Produktionstechnischen Zentrum, angesiedelt ist. Mit seinen gentelligenten Bauteilen, Maschinen und Systemen, die rund 40 Wissenschaftler bereits seit 2005 erforschen, sieht er sich thematisch als „Enabler“ und Treiber von Industrie-4.0-Anwendungen.

„Wir erleben, dass dieser Begriff „Industrie 4.0“ zwar viel verwendet wird, sich aber häufig wenig Konkretes dahinter finden lässt. Außerdem verbindet jeder etwas anderes damit. Das wollten wir ändern“, erläutert Professor Berend Denkena, Sprecher des SFB, eins der Ziele der Veranstaltung. Rund zwei Stunden verbrachten die Kick-off-Teilnehmer im Versuchsfeld, in dem ihnen an an fünf Stationen von den Wissenschaftlern aktuelle, industrie-4.0-nahe Entwicklungen präsentiert wurden, zum Teil in der live vorgeführten Fertigung in den Werkzeugmaschinen. Gezeigt wurden unter anderem neue Möglichkeiten inhärenter Sensorik und Kommunikation, die Verknüpfung von Arbeitsplanung mit Prozessüberwachung und Produktion sowie die Verknüpfung von Prozessplanung und Produktion.

Auch das „Mehr“ aus dem Motto der Veranstaltung „Industrie 4.0 und mehr“ wurde hier deutlich: Die Informationen aus der Nutzungsphase eines Produkts, die wieder zurückgespielt werden in die Planung und in die nächste Bauteilgeneration einfließen. Beliebtes Beispiel des SFB ist der von den Wissenschaftlern umgebaute Rennwagen, der Belastungen aus Rennen etwa im Radträger speichert und sehr einfach nutzbar macht für die Instandhaltungsplanung.

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